Warum vegan? – Teil 4: Für dich

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Fürdich

Ob eine vegane, vegetarische oder omnivore Ernährung am Gesündesten ist, ist schwierig zu beweisen. Das liegt daran, dass neben der Ernährung andere Faktoren die Gesundheit beeinflussen, wie zum Beispiel Rauchen, Genetik, Sport oder Stress.

Was auf jeden Fall Fakt und mehrfach bewiesen ist, ist, dass vegetarisch und vegan lebende Menschen gesünder sind. Das kann an ihrer Ernährung liegen oder auch daran, dass sie generell sehr auf ihre Gesundheit achten. Meistens ernähren sich Veganer und Vegetarier ausgewogen, machen Sport und sind Nichtraucher.

Was außerdem feststeht, ist, dass zu hoher Fleischkonsum und der Konsum von Milchprodukten gesundheitsschädigend sind. So kommt es, dass Menschen in Ländern, die viel Fleisch und Milchprodukte konsumieren, signifikant höher an den sogenannten Zivilisationskrankheiten (z.B. Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs) leiden. Das liegt daran, dass Fleisch und vor allem Milchprodukte den Körper übersäuern. Dadurch kann es passieren, dass die Arterien verstopfen und es zu  Herzkrankheiten bis hin zum Herzinfarkt kommt. Massenproduziertes Fleisch ist in jedem Fall ungesund, da es krebserregende Antibiotika, Pestizide und Fungizide enthält.

Eine vegane oder vegetarische Ernährung muss nicht per se gesünder sein als eine omnivore. Eine einseitige Ernährung – egal, ob mit Fleisch oder vegan – kann immer zu Mangelerscheinungen führen. Wenn man einmal pro Monat Biofleisch isst, fällt man sicherlich nicht tot vom Stuhl. Trotzdem beweist das nicht, dass eine vegane Ernährung ungesund ist. Viele Studien, wie zum Beispiel die China Study, aber auch zahlreiche andere belegen sogar, dass es tatsächlich gesünder ist. Dahingegen gibt es keine vergleichbaren groß angelegten Studien, die das Gegenteil beweisen. Außerdem muss immer im Hinterkopf behalten werden, dass die Milch- und Fleischindustrie starken Lobbyismus betreibt und Geldmittel dafür einsetzt, dass Wissenschaftler behaupten, Milch- und Fleischkonsum sei gesund.

Ich empfehle euch, den Dokumentarfilm „Gabel statt Skalpell“ zu schauen, der von der China Study handelt.

 

Wie ihr seht, sprechen viele Argumenten dafür, dass eine vegane Ernährung sehr gesund, wenn nicht sogar die gesündeste Ernährungsform ist.

Aber egal, ob gesund oder weniger gesund: Jeder Mensch ist anders und ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde vegan sein einfach nur geil! 😉 Seitdem ich mich vegan ernähre, fühle ich mich gesünder, aktiver und viel glücklicher! Gesundheitlich betrachtet kann ich vor allem eine Veränderung bei der Verdauung, dem Hautbild und dem Gefühl nach dem Essen (keine Müdigkeit) feststellen. Außerdem habe ich seit meiner Ernährungsumstellung eine richtige Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Meine Geschmacksnerven waren teilweise echt abgefuckt von dem ganzen industriellen Fastfoodscheiß. Jetzt liebe ich es, mich gesund zu ernähren und ich genieße das Essen, wie nie zuvor. Manchmal hab ich so richtigen Heißhunger auf Gemüse oder Obst, das hatte ich vorher noch nie! Da man auch oft die Zutatenliste auf den Produkten lesen muss, um festzustellen ob es vegan ist, bekommt man ein ausgeprägtes Gefühl für Lebensmittel. Man stellt teilweise fest, was für ein Mist in Produkten enthalten ist, wählt Produkte bewusster aus und ernährt sich dadurch ebenfalls gesünder.

Ich kann euch viel erzählen, aber am allerbesten ist: Ihr probiert es einfach selbst aus. Jeder sollte selbst erleben, wie glücklich diese kleine Veränderung und ein bewusstes Leben machen kann. Es geht weit über den einfachen Genuss des Essens hinaus. Man fühlt sich irgendwie im Einklang mit sich selbst, der Natur, Tieren und Menschen.

So, das waren jetzt die vier Hauptgründe, die für eine vegane Lebensweise sprechen. Was ihr mit den Gründen anstellt, ist ganz allein euch überlassen! Egal, ob ihr dadurch etwas an eurem Leben verändern werdet, finde ich, ihr solltet wissen, wieso Menschen sich für eine vegane Ernährung entscheiden; und Menschen akzeptieren und tolerieren, die dies tun. Deshalb wollte ich die Argumente gerne als Grundlage für meinen Blog niederschreiben. Damit ist es nun also raus 🙂 Bald folgen auch praktischere Blogeinträge mit Produkttipps, Rezepten usw.

Was mich interessieren würde: Gab es etwas in den „Warum Vegan?“ Posts, was euch besonders überrascht hat? Vielleicht etwas, das ihr vorher noch nicht wusstet? Wenn ihr euch vegetarisch/vegan ernährt: welche Veränderungen konntet ihr feststellen, nachdem ihr eure Ernährung umgestellt habt?

Avilia

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  1. Das mit der Übersäuerung ist mir am Anfang gar nicht so klar gewesen…. Ich habe mich gestern mal ein bisschen in das Säure-Basen-Thema reingelesen. Echt interessant.. Würde jetzt gerne mal son Test machen. Und allgemein einen Bluttest, weil ich mich echt richtig gut fühle…vor allem bin ich auf dem Weg, ein „Gutmensch“ zu werden.. Geht dir das zufällig auch so? Mich kümmert viel mehr, was um mich rum passiert und ich bin viel offener, das ganze Übel auch bewusst zu sehen…

    Liebe Grüße

    • Hallo nochmal 🙂
      Ich habe mir schon in der ersten veganen Woche Blut abnehmen lassen und habe vor, das ungefähr jährlich zu wiederholen, um die Werte zu vergleichen. Das kann ich dir auch nur empfehlen. Mit manchen Sachen ist ja wirklich nicht zu spaßen und besser, da lieber kein Risiko eingehen! Ich wollte sicherstellen, dass ich nicht schon mit einem Mangel einsteige und der sich dann vielleicht noch verschlimmert. Aber es wurden keine Mängel festgestellt 🙂 Und wenn das dann so bleibt bzw. die Blutwerte sich dann verbessern, kann man das dann schön den nervigen Menschen unter die Nase reiben, die meinen vegan essen sei ja soo ungesund 😉

      Wie genau meinst du das mit dem „Gutmensch“? Also bei mir ist das eigentlich schon seit meiner Schulzeit so, dass ich mich für Ethik interessiere. Ich war auch eigentlich der Meinung, dass ich ziemlich bewusst lebe, auf die Umwelt achte usw. Da war der Schreck dann natürlich besonders groß, zu realisieren, dass ich mit meinem täglichen Essen mein Selbstideal und meine Werte total zunichte gemacht habe… jetzt, wie mir das so bewusst geworden ist, kann ich den Schalter halt überhaupt nicht mehr rückgängig machen (will ich auch ganz und gar nicht). Mir geht es einfach prima und ich empfinde das Vegan-Sein total als Leben im Einklang mit mir selbst.
      Und ich verstehe, was du meinst mit dem ganzen Übel bewusster zu sehen. Da geht es mir genauso. Man kann halt nicht rückgängig machen, was man weiß und gesehen hat und so ein „harmloses“ Schinkenbrot ist für mich oft, sagen wir, ein Schlag in die Fresse jedes Tiers, Mensch und Umwelt 😉 Heißt aber nicht, dass ich das dann so zeige, aber im Innern empfinde ich das wirklich so…
      Oder wie hattest du das bei dir gemeint?
      Liebe Grüße 🙂

      • Ja, genau so hatte ich das gemeint. Ich kann auch leider meine bösen Gedanken nicht abschalten, wenn die Leute um mich rum so ungesund und tierisch essen…Bisher (ich hab immer noch etwas „Angst“, dass mich mein Weg wieder vom vegan sein wegführt) habe ich das Gefühl, dass ich endlich eine Ernährung/Lebsnweise gefunden habe, die wirklich zu mir passt und ich einfach ich sein kann. Klingt etwas strange… 😀 Nochmal kurz zu dem Bluttest: Bist du zu deinem Hausarzt gegangen? Wusste der, dass du Veganerin bist? Muss ich da auf was besonderes achten?

      • Ich glaube, mir geht es ganz genauso wie dir 🙂 Ich habe auch das Gefühl, dass ich durch die vegane Lebensweise zu mir selbst gefunden habe und jetzt viel glücklicher mit mir selbst bin 🙂 Also strange klingt das nicht für mich, ich versteh dich so gut!

        Für den Bluttest bin ich zu meiner Hausärztin gegangen. Das war wirklich ganz am Anfang meiner Umstellung, da war ich vielleicht eine Woche vegan. Ich hab der Ärztin das halt so gesagt, dass ich jetzt umstellen will und sie hat das auch gleich akzeptiert und es kamen eigentlich keine blöden Kommentare. Das Blutbild musste ich fast ganz selbst bezahlen, bis auf diese normalen Werte, wie Eisen und so. Ich habe mir alle Werte, die hier http://www.peta.de/web/home.cfm?p=5266 empfohlen werden, untersuchen lassen. Aber jetzt denke ich, dass das nicht nötig ist. Am Wichtigsten sind meiner Meinung nach Vitamin B12, Vitamin D und Eisen.
        Das nächste Mal werde ich wahrscheinlich sagen, dass es mir nicht gut geht und ich mich vegan ernähre und darauf hoffe, dass dann diese kritischen Werte übernommen werden. Ist irgendwie blöd, aber naja 😉 Also kannst du es vielleicht auch so versuchen.

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