Mein erstes veganes Weihnachten

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Vegan Wednesday Weihnachten

Wie ich in meinem letzten Post geschrieben habe, durfte ich dieses Jahr für meine ganze Familie über die Feiertage vegan kochen. Bei 8 Personen war das etwas anstrengend, aber zum Glück musste ich nicht ganz alleine in der Küche stehen und hatte immer etwas Hilfe von meiner Mama oder meinen Brüdern – danke 🙂 Es hat viel Spaß gemacht!

Was es bei uns gab?

Heiligabend

Ganze Grünkernsuppe (von meiner Oma gekocht)

Vegane Grünkernsuppe

Kartoffelsalat mit Räuchertofu (von Oma), Feldsalat, vegane Frikadellen à la Veganista, Hummus und Salsa

Den Nachtisch gab es während der Bescherung: vegane und zuckerfreie Plätzchen von meiner Oma und meine Plätzchen (die Links zu den Rezepten findet ihr hier und hier). Plus Rohkostkugeln à la Veganista, die ich einen Tag vorher gemacht hatte. Hier zerhackt man Cahsewkerne, mixt Datteln und knetet beides zu einer Masse. Die daraus geformten Kugeln habe ich noch in Kokosflocken oder Kakao eingewalzt. Lecker!

Die Plätzchen gaben übrigens auch ein schönes Geschenk für Freunde ab 🙂

Plätzchen als Geschenk

Wie war’s?

Lecker war’s! 😉 Und überhaupt nicht stressig, da das meiste ja von meiner Oma gemacht wurde und Frikadellen, Hummus und Salsa sehr schnell gemacht sind. Für das nächste Mal muss ich mir aber merken, den Seitan für die Frikadellen kleiner zu schneiden. Denn dieser wird danach mit allen Zutaten (Sojaschnetzel, Zwiebeln usw.) püriert, aber der gekaufte Seitan war etwas zu hart und am Ende noch würfelig in der Masse. Der Kartoffelsalat von meiner Oma war megalecker! Das nächste Mal werde ich aber die Räuchertofuwürfel zuerst noch anbraten und kross schmeckt’s natürlich noch etwas besser 🙂

Das Essen an Heiligabend ist – so meine ich – gut angekommen. Bemängelt wurde von manchen, dass der Seitan von der Konsistenz etwas „gummiartig“ herausschmeckt. Wenn ich ihn das nächste Mal fein schneide, ist das Problem damit gelöst 🙂

1.Weihnachtsfeiertag

Das Menü für den 25. Dezember hatte ich ja schon vorgekocht (die Rezepte findet ihr hier).

Es gab:

Maronensuppe

Maronensuppe

Feldsalat mit Birnen (Walnüsse vergessen – oops!)

Feldsalat mit Birnen

Rouladen mit Semmelknödel und Apfel-Rotkraut

HauptgangSojasteak-Rouladen mit brauner Sauce, Semmelknödel und Apfel-Rotkraut

Zimtcreme mit Lebkuchen-Schokosauce (Da mein Papa auf Zucker verzichtet, habe ich statt der Zartbitterschoki-Sauce einfach Sojasahne mit Agavendicksaft, Kakao und Lebkuchengewürz vermischt. Außerdem hatten wir keine Förmchen und somit wurde die Creme nicht gestürzt und ist nicht ganz so schön geworden wie bei meinem Probekochen…)

Zimtcreme

Wie war’s?

Das Kochen verlief gut. Die Zimtcreme und das Apfel-Rotkraut hatte ich schon zwei Tage vorher vorbereitet. Ich hatte mir die Zeit gut eingeteilt und mit Hilfe meiner Brüder alles gut hinbekommen. Allerdings sind mir dann doch im Stress ein paar Missgeschicke passiert: Zum Einen habe ich die Walnüsse im Salat vergessen (das ist aber niemandem aufgefallen, mir selbst erst auch beim Schreiben des Blogeintrags 😉 ). Geärgert habe ich mich darüber, dass ich die Zwiebeln in den Rouladen vergessen habe!!! Das hat dem Geschmack schon ziemlich Abbruch getan.

Die Reaktionen meiner Familie: Die Reaktionen waren leider größtenteils nicht besonders positiv. Das Rotkraut zu wenig gewürzt, die Füllung der Rouladen nicht gut (hab halt die Zwiebeln vergessen 😦 ) und dann natürlich das obligatorische „wie kann denn ein Veganer nur etwas essen, das wie Fleisch aussieht und heißt“-Gemeckere *gähn*. Dabei habe ich schon bewusst kein Gericht wie „mock duck“ aufgetischt, sondern eben Rouladen. Ich dachte, „Rouladen“ wäre noch etwas neutral, aber um die Diskussion kommt man wohl manchmal nie rum… Naja, ich persönlich fand es trotzdem ganz gut und zumindest die Sauce hat allen geschmeckt.

2.Weihnachtsfeiertag

Am 26. Dezember gab es eine Mischung aus Resten und frischgekochtem:

Grünkernsuppe

Grünkernsuppe

Drei-Nuss-Braten mit angebratenen Knödeln vom Tag vorher und Brokkoli

Drei-Nuss-Braten mit Knödel, brauner Sauce und Brokkoli

Bananen-Zimt-Eis aus Vegan for Fit

Bananen-Zimt-EisWie war’s?

Dieses Essen ist bei meiner Familie wohl am besten angekommen. Mir persönlich hat es eigentlich auch am besten geschmeckt, denn der Drei-Nuss-Braten war unglaublich toll! Ich war etwas unsicher, weil ich das Rezept vorher noch nicht getestet hatte, aber es hat dann gut geklappt. Das Rezept ist etwas abgeändert aus dem Kochbuch „Veganes für’s Fest“ und es ist so toll, dass ich es mit euch teilen möchte:

Drei-Nuss-Braten in Blätterteighülle

Drei-Nuss-Braten

Zutaten (für einen Braten):

Für die Füllung:

  • 2 große Karotten
  • 1 große Kartoffel
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL geröstetes Kichererbsenmehl
  • 2 EL fein gehackte Petersilie
  • 2 Msp geriebene Muskatnuss
  • Salz und Pfeffer

Für den Nussbraten:

  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100g Walnusskerne
  • 100g Haselnusskerne
  • 60g Pekannusskerne
  • 250ml Gemüsebrühe
  • 100g Semmelbrösel
  • 3 EL geröstetes Kichererbsenmehl
  • 3 EL Sojasauce
  • 2 EL Rotweinessig
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Hefeflocken
  • 2 EL Majoran
  • 1 EL Thymian
  • 1 TL Rosmarin
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Packung fertiger veganer Blätterteig (250g, z.B. von Aldi)
  • 2 EL Sojamilch

Zubereitung:

Für die Füllung Karotten und Kartoffel schälen, würfeln und in der Gemüsebrühe in 20 Minuten sehr weich kochen.

Währenddessen für den Nussbraten Zwiebel und Knoblauch schälen, fein hacken und in Pflanzenöl anschwitzen. Die Nusskerne nach Arten getrennt in der trockenenen Pfanne anrösten bis sie duften. Abkühlen lassen und mittelfein hacken.

Füllung: Wenn die Karotten und Kartoffeln weich sind, zerstampfen – je nach Wunsch zu Brei oder grob mit Stückchen. Kichererbsenmehl, Petersilie und Muskatnuss unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zwiebeln, Knoblauch, Nüsse und die restlichen Zutaten für den Nussbraten vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Den Blätterteig ausbreiten und die Kartoffel-Karotten-Füllung der Länge nach in die Mitte des Blätterteigs geben, sodass oben und unten jeweils ein knappes Drittel und rechts und links ein kleines Stückchen des Blätterteigs frei bleiben. Die Nusszubereitung darübergeben und glatt streichen. Die Ränder zuerst links und rechts einklappen und dann die obere und untere Seite zur Mitte hin umklappen. Die Teigränder gut andrücken.

Den Nussbraten mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck geben. Mit einem scharfen Messer vier große „V“ in die Teighülle ritzen. Nussbraten mit dem Sojadrink bestreichen und im Backofen etwa 40 Minuten backen, bis die Oberfläche schön gebräunt ist. Schmeckt übrigens auch kalt sehr lecker! 🙂

Im Großen und Ganzen war es trotz Kritik ein schönes Weihnachtsfest und -festessen. Ich habe es mir alles noch stressiger vorgestellt als es dann tatsächlich war. Ich dachte auch, ich sei nicht so kochverrückt, dass es mir Spaß macht drei Tage hintereinander mehrere Stunden in der Küche zu stehen. Aber ganz im Gegenteil! Heute geht es weiter, denn ich koche das Essen für die Geburtstagsparty meines Bruders, am Sonntag kommen meine Verwandten zum Mittagessen und dann ist ja auch noch Silvester 🙂 Also habe ich noch einiges vor und vielleicht habe ich dann ja doch noch die Nase vom Kochen voll 😉

Ich hoffe ihr hattet alle ein wunderschönes Weihnachtsfest mit ganz viel leckerem Essen? 🙂

Avilia

 

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  1. Hallo Astrid, hört sich doch alles sehr lecker an! Mein Weihnachten war auch – zumindest kochtechnisch – entspannt. An Heiligabend gabs zum Kaffee Nougattorte und Marmorkuchen. Beides sehr lecker. Abends Raclette. Das war sehr einfach, ahbe auch für mich nur Wilmersburger Pizzaschmelz und Tofufeta gerichtet, ansonsten gabs Gemüse, Kartoffeln, Tomaten- und Avocadodip. Am 25. hatte ich mir einen Nussbraten vorbereitet, den ich dann bei meinen Eltern fertig gebacken habe. Er war ein bisschen trocken, hat ansonsten aber den Geschmackstest bestanden. Dazu gabs Brokolisuppe, Gemüse und zum Nachtisch Obstsalat. Meine Schwiegermama hat am 26. für mich ein Rote-Bete-Carpaccio. Danach Kartoffeln, Feldsalat und Romanesco. War also alles sehr leicht. Auf Fleischersatz hatte ich bewußt verzichtet, das kommt dann nächstes Jahr, wenn sich alle an mein „Vegansein“ gewöhnt haben. Diskussionen gabs in der Familie keine, leider hatte ich die die letzten Tage eher mit Freunden….
    An Silvester wird bei uns der Pizzadome getestet. Bin schon gespannt…
    Liebe Grüße, Petra

    • Liebe Petra,
      Das Essen hört sich wirklich lecker an!
      Um Diskussionen kommt man wohl nie herum. Oft wird man überrascht – manchmal positiv, manchmal negativ.
      Für die Zukunft lasse ich das mit dem Fleischersatz aber bei meiner Familie lieber sein. Ich denke, dass Gemüseküche bei ihnen besser ankommt. Heute waren wir im Lövenzahn in Mannheim und es waren alle total begeistert von dem Essen 🙂
      Auch meinen Verwandten hat das Essen am Sonntag geschmeckt und mein Onkel meinte sogar „Da könnte man glatt auch vegan werden“ 🙂 Leider hab ich im Stress ganz vergessen Fotos zu machen. Es gab Kürbissuppe, Quinoa Salat mit kaltem Nussbraten, Bohnen-Buletten mit dem Rosenkohl-Auflauf aus dem twoodledrum Adventskalender und als Nachtisch Griespudding.
      Bei der Party von meinem Bruder habe ich auch Lob bekommen und ein paar meinten „Eigentlich ess ich ja nur Fleisch, aber die Falafel sind echt gut“ 🙂 Das freut einen dann wirklich (also dass es schmeckt, nicht dass sie viel Fleisch essen 😉 ) und dann hat sich die ganze Mühe auch sofort gelohnt 🙂
      Ich wünsche dir un deiner Familie nen guten Rutsch, lecker Pizza und alles Liebe fürs neue Jahr! 🙂
      Liebe Grüße, Astrid

  2. Oh, das tut mir leid, dass deine Familie nicht so positiv reagiert hat. Denk dir nichts, wahrscheinlich haben sie einfach einen Grund zum Nörgeln gesucht und wenn sie nicht gewusst hätten, dass das Essen vegan ist, hätt’s ihnen vermutlich eh geschmeckt… Die „wie kann denn ein Veganer nur etwas essen, das wie Fleisch aussieht und heißt“ – Diskussionen habe ich mit meinem Vater auch. 😦 Ich sag mittlerweile sowas wie: „Was frisst eine Roulade denn? Ich habe sie noch nie in freier Wildbahn rumlaufen gesehen.“ Dann sagt er zumindest nichts mehr. Er muss es eh nicht essen (und tut es auch strikt nicht…).
    Dafür haben mich dieses Weihnachten aber viele Menschen positiv überrascht und voll gerührt. Eine Freundin, die sich so ziemlich gegenteilig zu vegan ernährt, hat mir ein Kochbuch, einen kleinen Mörser und eine Badekugel von Lush geschenkt! Eine anderer Freundin (Partner ist Jäger und Fischer), hat mir auch ein Kochbuch und vegane Knabbereien überreicht! Und meine Oma hat mir einen Fresskorb zusammengestellt, mit so ziemlich allem was sie im Supermarkt an Veganem gefunden hat! 🙂
    Dein Essen sieht übrigens SEHR LECKER aus, da hätte ich am Ende die fehlende Zwiebel schnell vergessen! 😉

    • Liebe Catta,
      danke für deinen lieben Kommentar! Ich denke, in Zukunft lasse ich das mit dem Fleischersatz bei meiner Familie einfach und spezialisiere mich ganz auf Gemüseküche. Das schmeckt ihnen nämlich besser. Es ist halt auch viel Unwissenheit, weil man gleich denkt Fleischersatz ist Chemie und ungesund, aber das ist ja nicht automatisch so.
      Das ist echt total süß von deinen Freundinnen und deiner Oma, dass sie so aufmerksam sind und sich sowas tolles einfallen lassen 🙂

  3. Woooow, das sieht alles sooooo gut aus!
    Es tut mir sehr Leid für dich, dass nicht alles bei deiner Familie so gut ankam. Aber wahrscheinlich hat das tatsächlich viel Klischee reingespielt. Vielleicht ist das nächstes Jahr ja schon etwas anders, ich glaube, gerade am Anfang ist es für viele Familien noch sehr ungewohnt. Ansonsten erkläre ich mich (vollkommen selbstlos 😉 ) bereit, die anderen Portionen zu verputzen 😀

    • Danke für deine lieben Worte!
      Ich hoffe auch, dass es nächstes Jahr besser wird bzw. dass sie mir dann überhaupt noch die Chance geben, für alle vegan zu kochen! Ich denke, mit der Zeit werde ich auch besser, ich koche ja erst so wirklich seit einem Jahr. Und jetzt weiß ich, dass Fleischersatz nicht gut ankommt, dann muss es halt in Zukunft Gemüserezepte geben. Ich hoffe, du hattest auch ein schönes Weihnachtsfest und ich wünsche dir nen guten Rutsch ins neue Jahr!

  4. Boah, ich fänd’s super, wenn ich so bekocht würde! Omnis scheinen leider das Konzept von Fleischalternativen oft nicht so recht zu verstehen. Mach dir da bloss nichts draus!

    • Danke dir, liebe Ines 🙂
      Ja, welch ein Phänomen! Das müsste man mal psychologisch untersuchen… Ich hab da so ne Theorie: die Leute merken unbewusst, dass diese Fleischalternativen ihnen das letzte Argument („Fleisch schmeckt halt so gut“) rauben und deshalb haben sie etwas dagegen 😉
      Oder sie erwarten halt, dass es identisch mit Fleisch schmeckt, aber es ist nun mal nicht dasselbe, was es ja nicht schlechter macht.Mir und meinem Freund schmeckt es besser als echtes Fleisch. Mochte Rouladen früher eigentlich gar nicht so!
      LG Avilia

  5. Pingback: Mein Jahr 2013 | Avilia's Way

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