Vegane Kosmetik: Haarseife statt Shampoo [Teil 2]

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Vegane Haarseife

Nachdem ich euch hier vor ein paar Tagen erklärt habe, wieso ich vegane Haarseife benutze und was die Vorteile sind, gibt es heute den zweiten Teil: how to use vegane Haarseife 😉

Im Folgenden gebe ich lediglich meine persönlichen Erfahrungen und Tipps wider, die ich im letzten Jahr gesammelt habe.

Was benötige ich für eine Haarwäsche mit Haarseife?

Vegane Haarseife

Haarseife 😉 Am besten ist es, ihr habt mindestens drei verschiedene Haarseifen. Die Haare brauchen Abwechslung und ihr werdet merken, dass sich eure Haare besser anfühlen, wenn ihr die Haarseifen abwechselt.

Außerdem braucht ihr – ganz wichtig – eine Art Spülung/saure Rinse. Die könnt ihr euch vor der Haarwäsche ganz einfach selbst zusammenmischen.

Haarseife: saure Rinse

Ich mache das so: ½ Liter destilliertes bzw. abgekochtes Wasser+2 EL Zitronensaft. Ich koche meistens am Abend vor der Haarwäsche Wasser mit meinem Wasserkocher ab. Am nächsten Morgen ist es dann natürlich abgekühlt und ich fülle es in eine ½ Liter-Flasche oder ein Weizenbierglas, sodass es dreiviertel voll ist. Dann füge ich 2 Esslöffel Zitronensaft hinzu (ich benutze immer Plastikzitrone). Damit ich mir kein kaltes Wasser überschütten muss, koche ich erneut Wasser ab und mache die Flasche mit dem heißen Wasser voll.

Es gibt verschiedene Rezepte für eine Rinse (siehe hier) und am besten ist es, wenn ihr verschiedene Varianten ausprobiert und schaut welche, für euer Haar am besten ist. Je härter der Wassergrad in eurer Stadt, desto wichtiger und saurer muss nach meiner Erfahrung die Rinse sein (Den Härtegrad könnt ihr hier bestimmen lassen). Es kann sein, dass ihr mehr oder weniger Zitronensaft benötigt. Statt Zitronensaft kann man auch Essig verwenden und zusätzlich kann man außerdem für die Pflege noch mit Kräutertees experimentieren.

Woher bekomme ich meine Haarseifen?

Ich habe meine Haarseifen bei dem Online-Shop „Alles Schöne Dinge“ bestellt. Dort gibt es eine Rubrik mit veganen Seifen. Außerdem sind alle Produkte nach deren Aussage palmölfrei. Allerdings wechselt das Sortiment sehr häufig. Momentan verwende ich die Sorten Globetrotter, Algen-Meersalz und Rosmarin (letzteres gibt es nicht mehr im Shop). Wegen der Inhaltstoffe und weil ich schon viel Gutes darüber gehört habe, würde ich jetzt die Aleppo-Seife empfehlen, die zum Zeitpunkt meiner Bestellung noch nicht erhältlich war. Drei Seifenstücke halten bei mir ungefähr ¾-1 Jahr. Da ich mir die Haarspülung und verschiedene Haarprodukte spare, komme ich mit den Haarseifen insgesamt sehr viel günstiger weg.

Edit: Bei Wolkenseifen gibt es auch ein gutes Angebot an Haarseifen. Jedoch muss man hier auf die Inhaltsstoffe achten, denn nicht alle Seifen sind vegan.

Wie funktioniert eine Haarwäsche mit Haarseife?

Die Haarwäsche fühlt sich etwas anders an als mit herkömmlichen Shampoos und dauert auch etwas länger, aber wie immer, ist es nur eine Gewöhnungssache:

Als erstes macht ihr euer komplettes Haar richtig gut nass. Dann fahrt bzw. rubbelt ihr mit der Haarseife über euer gesamtes Haar. Das ganze schäumt dann so richtig auf. Wichtig ist, dass ihr wirklich alle Ansätze mit der Seife einschäumt. Am besten ist es, ihr fahrt auch kopfüber mit der Seife über die ganzen Ansätze. Wenn ihr dann die ganze Kopfhaut eingeschäumt habt, massiert ihr den Schaum noch etwas ein.

Kurz danach könnt ihr die Seife mit warmen bis heißem Wasser GRÜNDLICH auswaschen. Vergewissert euch wirklich, dass die ganze Seife ausgewaschen ist und wascht auch kopfüber die Haare aus.

Wie benutzt man Haarseife?

Als Nächstes kommt eure saure Rinse zum Einsatz. Diese schüttet ihr euch über das Haar und zwar nicht nur von oben, sondern auch kopfüber und von beiden Seiten, sodass wirklich das ganze Haar bedeckt ist. Die Rinse könnt ihr dann noch etwas einmassieren und für ungefähr 2 Minuten einwirken lassen.

Danach könnt ihr sie mit warmem Wasser ausspülen. Für die Kopfhaut ist es außerdem gut, wenn ihr am Ende euren Kopf abwechselnd mit kaltem und heißem Wasser abwascht (allerdings mache ich das, vor allem wenn es kalt ist, nie 😉 ).

Am allerwichtigsten: Habt Geduld!

Die Haare benötigen anfangs ein paar Wochen Zeit, um sich an die Haarseife zu gewöhnen und es braucht auch einige Versuche, um die passende saure Rinse zu finden. Deshalb kann es sein, dass eure Haare sich nach den ersten paar Haarwäschen nicht so toll anfühlen. Wenn ihr zum Beispiel Schuppen bekommt oder eure Haare strähnig sind, kann es sein, dass eure Rinse nicht sauer genug ist oder ihr die Seife nicht gründlich genug ausgewaschen habt. Trotzdem ist es wichtig, dass ihr sie nicht jeden Tag wascht, sonst gewöhnen sich die Haare wieder daran und fetten schneller nach. Kleiner Tipp: Was ich mache, wenn ich mich mit meinen Haaren nicht wohlfühle, sie aber noch nicht waschen will: ich wasche sie nicht mit Haarseife, sondern nur mit einer sauren Rinse aus ½ Liter Brennnesseltee und 2 EL Zitronensaft. Danach fühlen sie sich wieder toll an!

Die Haarwäsche mit Seife fühlt sich generell einfach ganz anders an als mit Shampoo. Die Haare sind beim Auswaschen nicht so weich, aber wenn sie dann trocken sind fühlen sie sich bei mir viel besser und weicher an als wenn ich sie mit Shampoo gewaschen habe. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass ich durch die Haarseife viel weniger Spliss habe.

Die Gewöhnungszeit dauert ein paar Wochen und kann etwas nervig sein, aber ich finde, es lohnt sich wirklich! Auch wenn es am Ende bei euch nicht klappt, ist es vielleicht ein Versuch wert, wenn ihr mit herkömmlichen Shampoos unzufrieden seid und/oder ihr euch die Haare weniger oft waschen wollt.

Ich hoffe, meiner Erklärungen waren für euch verständlich und ich konnte die Fragen, die nach dem 1. Teil gestellt wurden, beantworten. Wenn nicht, lasst es mich wissen! 

Avilia

»

  1. Ein interessanter Beitrag. Ich bin selbst immer noch am Experimentieren mit verschiedenen Shampoos. Eine Freundin verwendet nur diese Afrikanische Wascherde, ich selbst bin noch etwas skeptisch, da ich den Duft von Shampoos sehr gern hab (benutze meist die von Heymountain oder Urtekram neuerdings).

    • Vielen Dank 🙂
      Ich denke, wenn du zufrieden mit Shampoos bist, dann musst du ja nicht umsteigen.
      Bei mir war es nur immer so, dass ich unzufrieden war, vor allem weil ich das Gefühl hatte, dass meine Haare mit Shampoos so unglaublich schnell nachfetten, egal welches Shampoo ich benutzt habe.
      LG Avilia

  2. Pingback: Vegan muss nicht teuer sein.. / Mein ultimativer Low Budget Vegan Guide..! | green vegadine

  3. Super, vielen Dank für den Tipp! Ich kannte festes Shampoo bisher nur von Lush – das funktioniert auch gut, aber ich finde sie etwas teuer, wenn ich ehrlich bin. Mich nervt aber auch wirklich der viele Plastikmüll, den ich mit den Shampoo- und Duschgelflaschen verursache, deswegen bin ich immer auf der Suche nach einigermaßen verpackungsfreien Alternativen. Wenn sie auch noch bio und vegan sind, super 😀

    • Sehr gerne!
      Laut meiner Recherche ist festes Shampoo allerdings nicht das gleiche wie Haarseife. Schau nochmal im ersten Teil nach, da habe ich das geschrieben.
      Aber wenn du mit dem festen Shampoo von Lush zufrieden bist, ist das ja prima 🙂
      Ich muss zugeben, dass ich trotzdem noch Duschgel benutze, aber da könnte ich mir auch mal überlegen es durch Seife zu ersetzen! Auf Dauer spart man sich da wirklich sehr viel Plastikmüll!
      LG Avilia

  4. Ich bin auch total happy mit meiner Haarseife und bin nach ein paar Tests bei denen von Lush geblieben. Allerdings verwende ich sonst nichts. Wieso genau mixt du dir eine saure Rinse?

    Liebe Grüße
    Yv

    • Hallo Yv 🙂
      So weit ich weiß sind die Shampooseifen von Lush keine Haarseifen in dem Sinne, sondern nur feste Shampoos.
      Die Rinse benötigt man nach der Verwendung von Haarseife, um den hohen pH-Wert der Seife zu neutralisieren. Damit wird die Schuppenschicht wieder angelegt und die Bildung von Kalkseife verhindert, die sonst in Form von weißen Flocken auf dem Haar zu sehen sind. Durch die Rinse wird das Haar auch etwas weicher und leichter kämmbar.
      LG Avilia

  5. ne saure rinse mache ich auch so schon, wobei ich mir nicht sicher bin ob es hilft. aber wozu soll das destillieren/abkochen gut sein? den haaren machen ja keime o.ä. nix aus, von daher erscheint mir das relativ viel nutzloser aufwand…?

    • Alsooo, in Foren habe ich gelesen man soll wegen des Kalks im Leitungswasser destilliertes Wasser verwenden.
      Und irgendwo habe ich gelesen, dass Abkochen das Wasser entkalken würde. Aber gerade habe ich das nochmal gegooglet und anscheinend stimmt das nicht, obwohl es oft behauptet wird.
      Also sehr gute Frage!
      Benutzt du einfach normales Leitungswasser für die Rinse?

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